Hamburg

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Hạm|burg:
Stadt u. deutsches Bundesland.

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I
Hạmburg,
 
Freie und Hạnsestadt Hamburg - so lautet die amtliche vollständige Bezeichnung - ist nach seiner Verfassung ein Land der BRD. Der Stadtstaat liegt an der Niederelbe, etwa 110 km oberhalb ihrer Mündung in die Nordsee und an der Mündung der Alster und der Bille in die Elbe; mit der Insel Neuwerk in der Elbmündung 755,3 km2 groß (davon 61,0 km2 Wasserflächen) mit (1999) 1,704 Mio. Einwohnern; in sieben Bezirke unterteilt: Mitte (einschließlich Neuwerk), Altona (seit 1937), Eimsbüttel (1894), Nord (1913), Wandsbek (1937), Bergedorf (1868/1937) und Harburg (1937).
 
 Staat und Recht:
 
 
Nach der Verfassung vom 6. 6. 1952 wählt das Landesparlament (Bürgerschaft; 121 auf vier Jahre gewählte Abgeordnete) die Regierung (Senat); eine Abwahl des Senats oder einzelner Senatoren kann nur erfolgen, wenn zugleich eine Ersatzwahl stattfindet (konstruktives Misstrauensvotum). Der Senat wählt aus seiner Mitte (zurzeit zwölf Senatoren) auf die Dauer eines Jahres (Möglichkeit der Wiederwahl) den Präsidenten (Erster Bürgermeister) und dessen Stellvertreter (Zweiter Bürgermeister). Gesetze werden von der Bürgerschaft beschlossen; der Senat hat ein aufschiebendes Veto, das von der Bürgerschaft mit absoluter Mehrheit überstimmt werden kann. Der Erste Bürgermeister verfügt über keine Richtlinienkompetenz. Die bisherige Ehrenamtlichkeit der Landtagsabgeordneten wurde im Mai 1996 aus der Verfassung gestrichen.
 
 
Das in seiner heutigen Form 1834 beschlossene Wappen von Hamburg zeigt im Schild eine in ihrer Grundform auf das große Stadtsiegel von 1254 zurückgehende Burg (Darstellung der Hammaburg) mit drei Türmen; über dem rechten und linken Turm befindet sich ein Stern, über dem mittleren ein Kreuz, das an das frühere Erzbistum Hamburg erinnert. Im großen Landeswappen ist der Schild von einem reich verzierten Spangenhelm überhöht, gehalten wird er rechts und links von zwei rückwärts schauenden Löwen.
 
 
Die Verwaltungsaufgaben werden von den dem Ersten Bürgermeister unterstehenden Senatsämtern, den von einem Senator (Präses) geleiteten Fachbehörden und in den sieben Bezirken von den Bezirksämtern wahrgenommen. In den Fachbehörden wirkt das Volk über Deputationen (Präses und 15 von der Bürgerschaft gewählte Mitglieder), in den Bezirksämtern über die Bezirksversammlungen mit, die jeweils für die Dauer der Wahlperiode der Bürgerschaft gewählt sind.
 
 
Oberste Gerichte sind das Hamburgische Verfassungsgericht, das Hanseatische Oberlandesgericht, das Oberverwaltungsgericht, das Landesarbeitsgericht, das Landessozialgericht. Ferner bestehen ein Landgericht, das Amtsgericht Hamburg mit fünf angeschlossenen Amtsgerichten, ein Verwaltungsgericht, ein Arbeitsgericht, ein Sozialgericht und ein Finanzgericht.
 
 Landesnatur und Bevölkerung:
 
 
Hamburg hat Anteil an drei Naturräumen: der südholsteinischen Geest, dem Urstromtal der Niederelbe und dem Endmoränengebiet der Schwarzen Berge.
 
Der Geestrand im nördlichen Teil Hamburgs zwischen Blankenese und Bergedorf fällt zum Teil steil (besonders im Westen) zur Elbe ab, er wird unterbrochen von der Niederung der Alster, die zur Außenalster und Binnenalster aufgestaut ist. - Das Urstromtal ist überwiegend von Flussmarschen erfüllt. Im Südosten erstrecken sich zwischen Elbe und Geestrand die Vierlande, die von Altarmen der Elbe durchflossen werden. Westlich der Vierlande spaltet sich die Elbe in die Norderelbe und die Süderelbe mit dem Köhlbrand. Das Marschland, das zwischen den beiden Armen liegt, bestand ehemals aus zahlreichen kleinen Inseln, die eingedeicht, umgeformt und aufgeschüttet wurden und ein zusammenhängendes Gebiet bilden mit Hafen- und Industrieanlagen. Marschland ist auch das Gebiet am südlichen Elbufer zwischen Harburg und Cranz sowie das Mündungsgebiet der Alster. - Im Süden gehört zu Hamburg ein Teil der Schwarzen Berge mit den unter Naturschutz stehenden Harburger Bergen.
 
 
Bis 1910 wuchs die Bevölkerung im damaligen Staatsgebiet durch Zuwanderungen aus dem Umland und dem übrigen norddeutschen Raum auf über 1 Mio. Einwohner (im Bereich des heutigen Staatsgebietes bereits 1900). Infolge der Kriegsereignisse nahm die Bevölkerung von (1939) 1,698 Mio. auf (1946) 1,403 Mio. ab. Durch starke Zuwanderung und hohen Geburtenüberschuss stieg sie dann auf (1964) 1,857 Mio. Bis 1986 erfolgte eine stetige Abnahme, die nicht nur durch natürliche Bevölkerungsbewegungen (Sterberate höher als Geburtenrate), sondern auch durch eine negative Wanderungsbilanz bedingt war: der Austausch bezog sich v. a. auf das unmittelbare Umland. Ab 1987 stieg die Bevölkerungszahl durch einen stetigen Zuzug von Ausländern und ab 1989 durch Zuzüge aus den neuen Bundesländern und aus Osteuropa deutlich an; sie erreichte 1996 einen Stand von 1,707 Mio. Einwohnern. Von den 1998 269 179 Ausländern (15,4 % der Bevölkerung) haben 25,9 % türkische, 7 % polnische, 5,1 % iranische, 5,6 % afghanische, 3,7 % portugiesische und 3,1 % griechische Staatsangehörigkeit, 13,1 % der Ausländer kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien. Sie wohnen konzentriert in den Stadtteilen Kleiner Grasbrook/Steinwerder, Veddel und Billbrook (je über 60 % der Bevölkerung), in den Stadtteilen Sankt Georg und Klostertor/Hammerbrook (je über 45 %) und in Sankt Pauli, Altstadt, Altona-Altstadt und Wilhelmsburg (je über 30 %). Die Zahl der täglichen Einpendler betrug 1998 299 300, die der Auspendler 75 500.
 
Administrative und kulturelle Einrichtungen:
 
Hamburg ist Sitz der Landesbehörden und des Senats (Landesregierung); Internationaler Seegerichtshof (seit 1996) als bedeutendste UNO-Institution in Deutschland; Sitz mehrerer Bundeseinrichtungen, darunter: Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie, Deutscher Wetterdienst, Bundesforschungsanstalt für Fischerei, Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft. Unter den zahlreichen weiteren wissenschaftlichen Instituten sind zu nennen: Deutsches Elektronen-Synchrotron (DAISY), Microstructure Advanced Research Center Hamburg (MARCH), Max-Planck-Institut für Meteorologie, Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Heinrich-Pette-Institut für Experimentelle Virologie und Immunologie, UNESCO-Institut für Pädagogik, Deutsches Übersee-Institut, Bernhard-Nocht-Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten, HWWA - Institut für Wirtschaftsforschung, Schiffbauversuchsanstalt, Hans-Bredow-Institut für Rundfunk und Fernsehen, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik, Institut für die Geschichte der deutschen Juden, drei Universitäten und sieben weitere staatliche Hochschulen und Bibliotheken und zwei private Hochschulen: Northern Institute of Technology und Bucerius Law School. Weitere kulturelle Einrichtungen sind Museen (darunter Kunsthalle, Museum für Kunst und Gewerbe, Museum für Völkerkunde, Museum für Hamburg. Geschichte, Altonaer Museum/Norddeutsches Landesmuseum, Museumshafen Övelgönne, Museum der Arbeit, Deutsches Zollmuseum), Planetarium, Oper Hamburg (älteste deutsche Oper, gegründet 1678), Deutsches Schauspielhaus, Thalia-Theater und rd. 40 private Theater, Botanischer Garten und Hagenbecks Tierpark. Seit Oktober 1994 ist Hamburg Sitz eines katholischen Erzbischofs.
 
 
37,3 % der Bevölkerung gehören der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (Sprengel Hamburg) an, 10,6 % der katholischen Kirche (Erzbistum Hamburg), etwa 3 % anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften. Die rd. 120 000 Muslime unterhalten über 20 Moscheen in Hamburg. Von den rd. 4 300 Mitgliedern der Jüdischen Gemeinde Hamburg, die auch das Land Schleswig-Holstein umfasst, leben rd. 3 000 in Hamburg. Insgesamt gibt es in Hamburg über 100 christliche Kirchen und Gemeinden, nichtchristliche Religionsgemeinschaften (Bahais, Buddhisten, Hinduisten) und andere religiöse und weltanschauliche Gemeinschaften.
 
 
Die Grundschulzeit beträgt vier Jahre. Vorschulklassen nehmen zurückgestellte schulpflichtige Kinder auf (falls die Erziehungsberechtigten es wünschen, auch Fünfjährige). Beim Übertritt in die Sekundarstufe I (fünfte bis zehnte Klasse) treten die Kinder überwiegend in eine schulformabhängige Beobachtungsstufe ein, rd. 40 % in die des Gymnasiums und rd. 28 % in die der Haupt- und Realschule. Etwa 32 % der Schülerinnen und Schüler wechseln auf eine Gesamtschule. Im beruflichen Schulwesen gibt es neben den Berufsschulen - als Partner im dualen System der Berufsausbildung - das Berufsvorbereitungsjahr, die Berufsaufbauschulen, die Berufsfachschulen, die Fachoberschulen, die Wirtschaftsgymnasien, die technischen Gymnasien und die Fachschulen. Das Hochschulwesen umfasst: Universität Hamburg (gegründet 1919), TU Hamburg-Harburg (gegründet 1979), Hochschulen für bildende Künste, für Musik und darstellende Kunst, eine Hochschule für Wirtschaft und Politik, die Fachhochschule Hamburg, eine evangelische Fachhochschule und die Fachhochschule für Verwaltung. Ferner ist Hamburg Sitz einer Bundeswehruniversität.
 
 Wirtschaft und Verkehr:
 
 
Durch seine wirtschaftsgeographische Lage hat Hamburg von der Wiedervereinigung Deutschlands und den Reformprozessen in Mittel- und Osteuropa profitiert. Strukturwandel zur Dienstleistungsmetropole: Im Strukturwandel der letzten 15 Jahre hat die Hamburger Wirtschaft eine Veränderung von maritim-, rohstofforientierten und arbeitsintensiven Branchen hin zu technologieorientierten Fertigungen, zu modernen Dienstleistungen und zur Logistik- und Medienwirtschaft vollzogen. Inzwischen arbeiten 37 % der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor, 25 % im Bereich Handel und Verkehr, 18 % im Bereich Staat, private Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck, aber nur noch 20 % in den produzierenden Bereichen. Der Anteil des produzierenden Gewerbes an der Bruttowertschöpfung ist auf (1998) 19 % gesunken und liegt damit unter dem Anteil des Bereichs Handel und Verkehr (22 %). Die gesamtwirtschaftliche Leistung, das Bruttoinlandsprodukt (BIP), wuchs in Hamburg zwischen 1991 und 1999 preisbereinigt um 10,7 % auf 132,5 Mrd. DM an. Damit ist Hamburg neben Hessen und Bayern eines der insgesamt drei alten Bundesländer, die im genannten Zeitraum eine zweistellige Zuwachsrate verzeichnen konnten. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich gegenüber ihrem bisherigen Höchststand von (1987) jahresdurchschnittlich rd. 99 200 Arbeitslosen (Arbeitslosenquote 13,9 %) auf (1999) rd. 84 000, das entspricht einer Arbeitslosenquote von (1999) 11,7 %, bezogen auf die abhängig zivilen Beschäftigen. Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen liegt die Quote (1999) in Hamburg bei 10,4 %. Mit einem realen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 132,5 Mrd. DM (1999) trägt Hamburg 3,5 % zur gesamtwirtschaftlichen Leistung Deutschlands bei. Mit einem BIP je Erwerbstätigen von 139 596 DM liegt Hamburg an der Spitze aller Bundesländer (Durchschnitt für Deutschland 103 371 DM).
 
Von den (1999) rd. 100 000 Industriebeschäftigten arbeiten 15 700 im Maschinenbau, 13 700 beim Bau und der Reparatur von Luftfahrzeugen (DASA und Lufthansa Technik AG), 12 300 in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, in der Optik und Elektrotechnik, 9 100 im Verlags- und Druckgewerbe, 7 100 in der chemischen Industrie, 5 800 in der Mineralölverarbeitung, 5 200 in der Gummi- und Kunststoffverarbeitung und nur noch 3 000 im Schiffbau. Besonders dynamisch entwickelte sich der Dienstleistungssektor (Anteil an der Bruttowertschöpfung [BWS] 1999 49 %). Dahinter steht v. a. auch das Wachstum in der Medienwirtschaft, in der Hamburg in Deutschland führend ist (Presse- und Buchverlage, Musik- und Filmwirtschaft), wie auch in den Bereichen Werbung und Design und IT-Dienstleister, Banken und Versicherungen und Logistik, das Messe- und Kongresswesen sowie Kultur- und Freizeitwirtschaft. Hamburg ist nach Frankfurt am Main wichtigster deutscher Bankenplatz und heute größter deutscher Versicherungsplatz. Im Hamburger Gastgewerbe arbeiten (1999) rd. 29 000 Beschäftigte, die einen Umsatz von 2,4 Mrd. DM erzielten. Die Kapazität der Beherbergungsbetriebe umfasst 27 200 Betten, 1999 wurden 2,6 Mio. Gäste gezählt mit insgesamt 4,7 Mio. Übernachtungen. Hamburg ist ein Zentrum des deutschen Handels. Der Außenhandel Hamburger Unternehmen erreichte (1999) einen Wert von 65 Mrd. DM bei der Einfuhr (dies sind 7,5 % der gesamten Einfuhren der Bundesrepublik Deutschland) und bei der Ausfuhr 43,9 Mrd. DM (4,4 % des Bundesergebnisses). Im Großhandel sind (1999) 47 800 Personen beschäftigt; diese Handelssparte setzt jährlich 120 Mrd. DM um. Der Einzelhandel hat 78 500 Beschäftigte und erzielt einen Jahresumsatz von 26 Mrd. DM. Größtes Unternehmen ist der OTTO-Versand mit 9 400 Beschäftigten allein in Hamburg.
 
 
Die Landwirtschaft nutzte (1997) 19 412 ha, davon ein Drittel als Ackerland. Von den über 1 700 landwirtschaftlichen Betrieben sind rd. 70 % Gartenbaubetriebe. Schwerpunkte sind die Vier- und Marschlande, in denen überwiegend Gemüse und Zierpflanzen (Blumen) angebaut werden; im Westen, am linken Elbufer, hat Hamburg einen Anteil von (1 438 ha) an einem Obstbaugebiet, das sich von der Süderelbe bis zur Mündung der Este hinzieht (Altes Land). Mit seinen Großmärkten für Obst und Gemüse, Blumen, Fleisch und Fisch ist Hamburg ein bedeutendes Marktzentrum.
 
Verkehr:
 
Hamburg ist für Norddeutschland und das nördliche Europa ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Dabei ist der Hafen von besonderer Bedeutung. Er (Gesamtfläche 74,3 km2, darunter 43,1 km2 Landfläche) wurde als offener Tidehafen angelegt (durchschnittlich Tidenhub 3,55 m). 1888 gestand der Zollverband des Deutschen Reiches Hamburg ein Freihafengebiet zu (1998: 16,2 km2). Der Gesamthafen umfasst 312 Liegeplätze für Seeschiffe, davon 29 Großschiffliegeplätze für Container- und Massengutschiffe, 198 Liegeplätze für den übrigen Stückgut- und Massengutverkehr sowie 85 Liegeplätze für den Küstenverkehr. Die Länge der Kaimauern beträgt rd. 45 km. Gemessen am Seegüterumschlag (1999: 81 Mio. t; 36,2 % des Güterumschlages aller deutschen Seehäfen) ist Hamburg der größte Seehafen in Deutschland (in Europa an 3. Stelle, weltweit unter den ersten 20) und der bedeutendste Transithafen: Über 15 % seines Umschlags tätigt Hamburg für Skandinavien, die mittel- und osteuropäischen Länder, Österreich und die Schweiz. Hamburg gehört mit dem Containerzentrum Waltershof zu den neun größten Containerhäfen der Erde (1999 über 40 Mio. t Güterumschlag). Rd. 91 % des Stück- und Sachguts wurden 1999 in Containern umgeschlagen (Containerisierungsgrad 1980: 35,3 %). Von den 138 deutschen Seeschiffsreedereien haben 54 Reedereien (mit 49 % der Tonnage) in Hamburg ihren Hauptsitz. Mit dem Hinterland und der Ostsee ist Hamburg durch Binnenwasserstraßen verbunden (Oberelbe, Elbe-Seitenkanal, Nord-Ostsee-Kanal). Der Güterumschlag der Binnenschifffahrt betrug (1999) 10,125 Mio. t (7,9 % des Güterumschlages der deutschen Binnenhäfen, damit ist Hamburg drittgrößter Binnenhafen Deutschlands).
 
Hamburg ist der größte Eisenbahnknotenpunkt im nördlichen Europa. Die Stadt ist an das ICE-Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn angeschlossen. Der 1980 in Betrieb genommene Rangierbahnhof Maschen (Niedersachsen) ist einer der modernsten und leistungsfähigsten in Europa. Im öffentlichen Nahverkehr spielen Schnellbahnen (U- und S-Bahnen mit einer Streckenlänge von 313 km und 191 Haltestellen) die Hauptrolle.
 
Das Straßennetz Hamburgs umfasst (1999) 3 945 km (davon 82 km Autobahn, im O die A 1, im Westen die A 7 mit ihrem 1975 fertig gestellten Elbtunnel, der zurzeit um eine 4. Röhre erweitert wird). Von den über 2 472 Brücken (davon rd. 1 000 über Gewässer) gehören 1 200 zum Stadtstraßennetz, fast 400 zum Verkehrsnetz des Hafengebietes. Die Hafenteile im Osten und Westen des Köhlbrands sind seit 1974 durch die Köhlbrandbrücke verbunden.
 
Auf dem Hamburg Airport (mit dem Werftbetrieb der Lufthansa Technik AG; 5 500 Beschäftigte) wurden 1999 insgesamt 129 864 Starts und Landungen getätigt und dabei 9,3 Mio. Passagiere abgefertigt (Platz 4 in Deutschland). 1993 wurde ein neues Terminal eröffnet.
 
Bedeutendstes städtebauliches Projekt der Hansestadt ist gegenwärtig die HafenCity. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Innenstadt entsteht auf rd. 100 ha ehemaliger Hafenfläche ein neuer Stadtteil am Wasser mit rd. 5 500 Wohnungen, Arbeitsstätten für rd. 20 000 Menschen und einer Vielzahl neuer kultureller Angebote.
 
 
Nach dem Stadtbrand von 1842, dem fast ein Drittel der Bauten der Innenstadt zum Opfer fielen, begannen weit reichende städtebauliche Veränderungen. Weitere prägende Wirkung hatte die stadtplanerische Tätigkeit von F. Schumacher (1909-33). Trotz Errichtung zahlreicher Bürohochhäuser nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die Türme der fünf Hauptkirchen für die Silhouette der Stadt bestimmend.
 
Die Hauptkirche Sankt Petri (vermutlich schon im 11. Jahrhundert gegründet, Neubau im 14. Jahrhundert) wurde nach dem Stadtbrand 1844-49 als vierschiffige neugotische Backsteinhallenkirche errichtet, der Turm 1873-77. Zu der wertvollen Ausstattung zählte der ehemalige Hauptaltar von Meister Bertram (1379, heute Kunsthalle). Von der ehemaligen Hauptkirche Sankt Nikolai ist nur der 145 m hohe Turm (1882) erhalten, ein Ersatzbau wurde 1961-63 in Harvestehude von Gerhard Langmaack errichtet. Die Hauptkirche Sankt Katharinen (Mitte des 13. Jahrhunderts bezeugt), ursprünglich eine kleine dreischiffige Stufenhalle, wurde seit Mitte des 14. Jahrhunderts bis nach 1450 durch eine große Pseudobasilika ersetzt (reiche Ausstattung); die westliche Turmfassade (1732-37) trägt eine doppelte welsche Haube. Die Hauptkirche Sankt Jacobi (14./15. Jahrhundert; erste Erwähnung 1255) mit Trinitätsaltar der Böttcher (vor 1518) besitzt außerdem eine Schnitger-Orgel (1689-93). Die Hauptkirche Sankt Michaelis ist ein stattlicher Barockbau, ihr Westturm (»Michel«) ist das Wahrzeichen von Hamburg; daneben die Krameramtswohnungen (1676/77).
 
Das Rathaus wurde 1886-97 unter Beteiligung mehrerer Architekten im Stil des Historismus errichtet. Aus dem 19. Jahrhundert stammen u. a. die Kunsthalle (1863-68; mit Anbauten 1914-19 und 1956), die Staatsoper (ursprünglich1827 als Stadttheater erbaut; Umbau 1873-77 und 1925-26, 1953-55 Neubau des 1943 zerstörten Zuschauerhauses), die Börse (1839-41; 1950 restauriert und dem modernen Geschäftsverkehr angepasst) und die Alte Post (1845-47; 1969-70 umgestaltet). An Bauten des frühen 20. Jahrhunderts sind zu nennen: die Musikhalle (1904-08; im Foyer das Brahms-Denkmal von M. Klinger, 1909), die Landungsbrücken (1907-09) und der Elbtunnel (1907-11) im monumentalen Jugendstil sowie unter den Bauten von F. Schumacher das Postzollamt mit seiner lang gestreckten Backsteinfassade (1913-15) und das Museum für Hamburg. Geschichte (1914-23). Eines der eindrucksvollsten Beispiele der Architektur der 1920er-Jahre ist das Kontorhausviertel mit Meßberghof (1923-25, von Hans und Oskar Gerson), Sprinkenhof (1927-31, von H. und O. Gerson und F. Höger) und Chilehaus (1922/23, ein Hauptwerk des Klinkerexpressionismus; von Höger), sowie Hapag-Haus (1923), Mohlenhof (1928) und Shell-Haus (1929-31, von E. G. Fahrenkamp). Städtebaulich von großem Reiz ist die Umgebung der Binnenalster mit dem Jungfernstieg. Binnen- und Außenalster werden durch die Lombardsbrücke (1865-68) und die Kennedybrücke (1952) getrennt. Unter den zahlreichen Geschäftsneubauten der Nachkriegszeit sind hervorzuheben: das Springer-Hochhaus (1956/1957, von Pruter & Streb), das Verwaltungsgebäude der Unilever (1959-64, nach einem Entwurf von H. Hentrich und H. Petschnigg), das Verwaltungsgebäude der Deutschen Ring AG (1962-64, von Joachim Matthaei und H. Graaf), das Verwaltungsgebäude der Hamburger Electricitätswerke (1962-70, von A. Jacobsen). Seit den 1970er-Jahren entstanden zahlreiche Ladenpassagen, zum Teil durch Umbauten alter Gebäudekomplexe unter Erhaltung des Äußeren. Die meisten Passagen befinden sich in dem Bereich zwischen Rathausmarkt, Gänsemarkt und Colonnaden (u. a. »Gänsemarkt-Passage«, »Hamburger Hof«, »Hanse Viertel«, »Galleria«). Den Bereich der Fleetinsel zwischen Alsterfleet und Herrengraben begann man seit 1988 neu zu bebauen. Bemerkenswerte Beispiele der modernen Architektur sind u. a. das Verlagshaus von Gruner + Jahr AG & Co. (1987-90) von den Münchner Architekten Otto Steidle und Uwe Kiessler, Bauten von den Hamburger Architekten Konstantin Kleffel und Uwe Köhnholdt (u. a. Klinkerbau des neuen Musiktheaters »Neue Flora« am Holstenwall, 1990) sowie der moderne Erweiterungsbau der Kunsthalle von O. M. Ungers (1992-97), der einen Endpunkt der »Kunstmeile« zwischen Alster und Elbe markiert.
 
Im Stadtteil Rotherbaum befindet sich das Universitätsviertel (Planung: Paul Seitz) mit dem Auditorium Maximum (1958/59) von Bernhard Hermkes sowie das Amerikahaus (1957) von Seitz.
 
An den Kanälen (Fleeten) des Freihafens liegt die 1884-1910 errichtete Speicherstadt mit ihren Lager- und Kontorhäusern im Stil des Historismus. In Hammerbrook wurde 1958-62 die neue Großmarkthalle gebaut. Die Deichtorhallen (1911-13), ursprünglich Blumengroßmarkt, wurden 1988/89 von J. P. Kleihues zu Ausstellungshallen umgebaut.
 
In den Elbvororten finden sich noch viele repräsentative klassizistische Landsitze, so in Blankenese die Häuser an der Elbchaussee in einem von C. F. Hansen geprägten Baustil, u. a. das in einem Park gelegene Jenisch-Haus (1831-33, heute Museum). Weitere Villenbauten stammen von H. van de Velde, B. Paul, H. Muthesius, P. Behrens und Martin Elsässer (* 1884, ✝ 1954). Zu den seit 1929 errichteten Wohnanlagen (z. B. an der Jarrestraße) kamen nach 1945 weitere Wohnbebauungen, so am Grindelberg (1948 bis 1956, zehn Hochhäuser), in Langenhorn, Bahrenfeld, Wandsbek u. a. Vororten; 1970-76 entstand die Wohnstadt Steilshop; in Harburg errichteten I. und F. Spengelin ein Wohnviertel.
 
In Altona liegen der Neubau des Christianeums (1970) von A. Jacobsen und die von Gerkan, Marg & Partner zum Kommunikationszentrum umgebaute »Fabrik«. In Altengamme steht eine Rokokokirche (1748-52); weitere ländliche Kirchen besitzen Allermöhe, Neuenfelde, Neuengamme, Niendorf, Ochsenwerder und Ottensen.
 
 
Nachdem das nordelbingische Sachsen 810 endgültig in das Fränkische Reich eingegliedert worden war, wurde - wahrscheinlich im Auftrag Karls des Großen - zur Sicherung des von den Franken besetzten Gebietes die Hammaburg angelegt. Die in ihr liegende Kirche wurde wahrscheinlich 831 zum Bischofssitz unter Ansgar erhoben (von hier aus Missionierung des Nordens und Ostens). Der Überfall der dänischen Wikinger 845 und die Zerstörung des Bischofssitzes zwangen 848 zur Vereinigung mit dem Bistum Bremen und der Verlegung des Bischofssitzes dorthin. Unter den seit 1110/11 mit den Grafschaften Holstein und Stormarn belehnten Schaumburgern setzte die wirtschaftliche Entwicklung Hamburgs ein, Fernhändler siedelten sich an. 1188 ließ Graf Adolf III. von Holstein (✝ 1225) durch Wirad von Boizenburg auf dem westlichen Alsterufer eine Hafenstadt mit lübischem Recht (Neustadt mit ehemaliger Hauptkirche Sankt Nicolai) hinzufügen, deren wichtige Handels-, Zoll- und Schifffahrtsprivilegien auf der Niederelbe zum 7. 5. 1189 von Kaiser Friedrich I. Barbarossa bestätigt wurden (Einzelheiten umstritten). Auf diesen Privilegien beruhte Hamburgs Entwicklung zur Handelsstadt. Der Ausstellungstag wird heute noch als »Überseetag« gefeiert.
 
Infolge staufisch-welfischer Auseinandersetzungen geriet Hamburg 1201-27 unter dänische Herrschaft. Altstadt und Neustadt schlossen sich 1216 zu einem Gemeinwesen mit damals etwa 1 500 Einwohnern zusammen. Mit fortschreitender Alsteraufstauung am Reesendamm (Jungfernstieg) wurde das Vorfeld der neuen Hafenstadt zunehmend der Besiedlung erschlossen, und auf den eingedeichten Inseln südlich der Altstadt entstanden Mitte des 13. Jahrhunderts neue Viertel um Sankt Katharinen und (im Osten) um Sankt Jacobi für Kaufleute, Handwerker und Fuhrleute. Um 1260 musste der Befestigungsring erweitert werden. Um 1290 entstand an der Nahtstelle von Altstadt und Neustadt das gemeinsame Rathaus. Um 1300 hatte Hamburg rd. 5 000 Einwohner.
 
Es kam zur Ausbildung einer umfangreichen Selbstverwaltung (1410 Erster Rezess zwischen Rat und Bürgerschaft) sowie - unterstützt durch eine lebhafte exportorientierte Brauerei, die Hamburg den Ruf als »Brauhaus der Hanse« einbrachte - zum Hineinwachsen in eine bedeutende Stellung im hansischen West-Ost-Handel. Dabei tat sich die Stadt im 14. Jahrhundert besonders im Kampf gegen die Seeräuber auf der Nordsee hervor, der mit der Gefangennahme und Hinrichtung von Klaus Störtebeker (1400) siegreich entschieden wurde. Die Anfänge hamburgischer Territorialbildung an der Niederelbe (1375 Erwerb der Moorburg, 1394 der Feste Ritzebüttel bei Cuxhaven) trugen wesentlich zur Sicherung der Schifffahrtswege bei. Am Ende des Mittelalters gehörte Hamburg, trotz erstmaliger Rezessionserscheinungen, mit etwa 12 000 bis 14 000 Einwohnern zu den wichtigsten Zentren der hansischen Gemeinschaft. 1510 wurde die bereits unter Kaiser Siegmund (1410/33-37) als reichsunmittelbar bezeichnete Hansestadt als freie Reichsstadt bestätigt; 1648 erfolgte die Bestätigung durch das Reichskammergericht, was von Dänemark erst 1768 (Gottorper Vergleich) anerkannt wurde.
 
Die Reformation, die sich in Hamburg dank des mäßigenden Einflusses von J. Bugenhagen (erste evangelische Kirchenordnung 1529) ohne schwere innere Erschütterung vollzog, begünstigte einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung: u. a. Gründung der ersten deutschen und nordeuropäischen Börse durch den »gemeinen Kaufmann«, eine Vereinigung der Kaufleute (1588), Überführung des Tuchstapels der englischen Kaufmannsgilde »Merchant Adventurers« von Antwerpen nach Hamburg (1567). Die Einwanderung von Glaubensflüchtlingen aus den spanischen Niederlanden in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts, die auf die Veredelung überseeischer Rohprodukte ausgerichtete neue Gewerbe (z. B. Zuckersiederei) mitbrachten, trug zur Entwicklung Hamburgs zu einem internationalen Stapelplatz für Nordeuropa bis ins 19. Jahrhundert bei. Um 1600 zählte Hamburg annähernd 40 000 Einwohner, von denen jene Neubürger etwa ein Viertel stellten.
 
Der niederländische Artilleriehauptmann J. van Valckenburgh baute Hamburg 1616-25 unter Einschluss des neu besiedelten Viertels um die 1606 gebaute St.-Michaelis-Kirche zu einer mächtigen Festung aus. Die baulichen Veränderungen bestimmen noch heute das Stadtbild mit (Abschnürung der Binnenalster von der Außenalster im Zuge der 1688 erbauten Lombardsbrücke, ehemaliger Botanischer Garten, Holstenwall). Im Schutze dieser Befestigung blieb die Stadt vom Dreißigjährigen Krieg (1618-48) verschont und vermochte sich in der Folgezeit der Rivalität der dänischen Konkurrenzgründung Altona (seit 1664 Stadt) ebenso wie der dänischen Belagerung 1686 zu erwehren. Zudem eröffneten die brandenburgischen Wasserstraßen (Müllrosekanal 1669) ein neues weites Hinterland.
 
1665 richtete Hamburg die erste deutsche Handelskammer ein. Die 1676 gegründete Hamburger Feuerkasse war die erste Feuerversicherung der Erde. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung kam Hamburg auch zu kultureller Blüte (u. a. 1678 Gründung der ersten deutschen Oper in Hamburg; 1721-66 G. P. Telemann, 1766-88 C. P. E. Bach städtische Musikdirektoren; die Lyriker B. H. Brockes und F. von Hagedorn). Die inneren Händel patrizischer und demokratischer Gruppen Ende des 17. Jahrhunderts konnten 1708-12 durch kaiserliche Vermittlung ausgeglichen werden. Damals entstand die bis 1860 geltende Hamburger Verfassung. Nachdem 1768 Streitigkeiten mit der dänischen Krone beendet worden waren, begann eine Periode friedlicher Entwicklung, in der die Einwohnerzahl die 100 000-Grenze überschritt. G. E. Lessing war 1767-70 der erste Dramaturg des neu eröffneten Nationaltheaters; F. G. Klopstock lebte 1770-1803 in Hamburg.
 
Nach der Besetzung durch französische Truppen (1806-14) und der Kontinentalsperre konnten die wirtschaftlichen Schäden verhältnismäßig bald überwunden werden. Es gelang, die Stellung der Stadt als »Deutschlands Tor zur Welt« zu wahren und zu verstärken.
 
1815 trat Hamburg als Freie und Hansestadt dem Deutschen Bund bei, blieb indessen dem Deutschen Zollverein vorerst fern. 1860 gab sich Hamburg eine neue Verfassung. Zwei Jahre nach dem Deutschen Krieg (1866), an dem Hamburg nicht aktiv teilgenommen hatte, wurde die Wehrhoheit auf Preußen übertragen. Hamburg blieb aber Zollausland, was nach dem Übergang des Reiches zur Schutzzollpolitik (1879) unhaltbar wurde. Mit den 1881 geschlossenen, 1888 vollzogenen Vereinbarungen trat die gesamte Wohnstadt Hamburg in den deutschen Zollverband ein, während für den Hafen ein Freigebiet geschaffen wurde. Diese Regelung führte bis zum Ersten Weltkrieg zu immer neuen Verbesserungen der Hafen- und Strombaueinrichtungen und machte Hamburg sowohl zur Seepforte als auch zu einem der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands. Demgemäß stieg die Einwohnerzahl von (1880) 412 000 über (1900) 706 000 schon bis 1913 auf 1 030 000 an.
 
1921 erhielt Hamburg eine parlamentarisch-demokratische Verfassung; Erste Bürgermeister waren: A. G. F. Diestel (1920-24), C. Petersen (1924-29, 1932-33), R. Ross (1930-31). 1933 löste die nationalsozialistische Reichsregierung die gewählte Bürgerschaft auf und unterstellte die Stadt einem Reichsstatthalter (K. Kaufmann). 1937 wurden die preußischen Städte Altona, Wandsbek, Harburg-Wilhelmsburg und 27 Landgemeinden eingegliedert; Cuxhaven kam zur Provinz Hannover, Geesthacht zu Schleswig-Holstein. Großluftangriffe (v. a. 4. 3. sowie zwischen 24. und 30. 7. 1943, 8./9. 4. 1945) richteten schwere Zerstörungen an (etwa 55 000 Tote).
 
Am 3. 5. 1945 wurde Hamburg kampflos Teil der britischen Besatzungszone. Durch Demontage verlor die Stadt einen wesentlichen Teil der Werftindustrie sowie durch zwangsweise Übereignung an die Siegermächte den größten Teil der in ihr beheimateten Handelsschiffe (einschließlich der Fischereifahrzeuge). 1948 setzte der Wiederaufbau der Wirtschaft ein (Schiffsbau, Aufbau einer schifffahrtsunabhängigen Industrie, Handelsschifffahrt). Während der deutschen Spaltung (1949-90) entbehrte die Stadt einen wichtigen Teil ihres wirtschaftlichen Hinterlandes.
 
1949 wurde die Stadt Land der Bundesrepublik Deutschland. Am 6. 6. 1952 trat die »Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg« in Kraft. Stärkste Partei in Hamburg wurde seit den ersten Bürgerschaftswahlen im November 1946 die SPD (1946-53, 1957-74, 1978-82 und 1982-86 absolute Mehrheit), von der CDU nur von Juni bis Dezember 1982 und von November 1986 bis Mai 1987 aus dieser Position verdrängt. So stellte die SPD (außer 1953-57 K. Sieveking, CDU) den Ersten Bürgermeister: 1946-53 und 1957-60 M. Brauer, 1961-65 P. Nevermann, 1965-71 H. Weichmann, 1971-74 P. Schulz, 1974-81 H.-U. Klose, 1981-88 K. von Dohnanyi, 1988-97 H. Voscherau (seit 1993 in Kooperation mit der im selben Jahr entstandenen Wählervereinigung »Statt Partei«), 1997-2001 O. Runde (erstmals in einer Koalition mit Bündnis 90/Die Grünen). Als drittstärkste politische Kraft konnten sich bis 2001 Die Grünen/GAL (seit 1982 in der Bürgerschaft vertreten) etablieren; zuvor besaß die FDP (aufgrund der Fünfprozentklausel des Wahlgesetzes 1978-87 und 1993-2001 in der Bürgerschaft nicht vertreten) diese Stellung.
 
Mit der Bürgerschaftswahl am 23. 9. 2001 verlor die SPD trotz leichten Zugewinns an Stimmen (auf 36,5 %; 46 Mandate) erstmals seit 1957 die Regierungsmehrheit, bedingt durch die hohen Verluste ihres Koalitionspartners (nur noch 8,5 %; 11 Mandate). Der Erfolg der »Partei Rechtsstaatlicher Offensive« (PRO, auch »Schill-Partei« genannt; gegründet 2000), die auf Anhieb 19,4 % der abgegebenen Stimmen und 25 Mandate erhielt, ermöglichte die Bildung einer »Bürgerblock«-Regierung aus CDU (26,2 %; 33 Mandate), FDP (5,1 %; 6 Mandate) und PRO; am 31. 10. wurde Ole von Beust (CDU) zum neuen Ersten Bürgermeister gewählt.
 
 
H. u. seine Bauten. 1929-1953 (1953),
 
1954-1968 (1969),
 
1969-1984 (1984);
 W. Rudhard: Das Bürgerhaus in H. (1975);
 J.-H. Fischer: Stadtentwicklung u. Umweltplanung. Dargestellt am Beispiel H.s (1985);
 I. Möller: H. (1985);
 A. Kludas u. a.: Hafen H. (1988);
 H. Meyer-Veden u. H. Hipp: Hamburger Kontorhäuser (1988).
 
Verfassung, Recht: H. P. Ipsen: H. Staats- u. Verwaltungsrecht (51975);
 U. Brenzen u. M. Sohnke: Verf. der Freien u. Hansestadt H. (1977);
 W. Hoffmann u. H. J. Koch: H. Staats- u. Verwaltungsrecht (1986).
 
Religion: W. Grünberg u. a.: Lex. der Hamburger Religionsgemeinschaften (21995).
 
Geschichte: H. Gesch. der Stadt u. ihrer Bewohner, hg. v. W. Jochmann u. a., 2 Bde. (1982-86);
 
Industriekultur in H., hg. v. V. Plagemann (1984);
 E. Klessmann: Gesch. der Stadt H. (41984);
 J. Bracker: H. Von den Anfängen bis zur Gegenwart (1987);
 
H.-Bibliogr., Bd. 1 (1995 ff., früher u. d. T. Bücherkunde zur hamburg. Gesch.).
 
II
Hạmburg,
 
katholisches Erzbistum; am 24. 10. 1994 (Errichtungsfeier am 7. 1. 1995) im Zuge der Neugliederung der deutschen Bistümer nach der Wiedervereinigung Deutschlands errichtet. Das überwiegend aus Teilen des Bistums Osnabrück (einschließlich des Gebietes des ehemaligen Bischöflichen Amtes Schwerin) und zu einem kleinen Teil des Bistums Hildesheim errichtete Erzbistum umfasst die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein sowie den Mecklenburger Teil von Mecklenburg-Vorpommern und ist flächenmäßig mit 32 610 km2 die größte deutsche Diözese. Zur neuen Kirchenprovinz Hamburg gehören die Bistümer Hildesheim und Osnabrück als Suffraganbistümer. Erzbischof war von 1995 (Errichtung des Erzbistums) bis Februar 2002 L. Averkamp.
 
Geschichtlich steht Hamburg in der Tradition des 831 gegründeten Bistums Hamburg, das 848 mit dem seit 787 bestehenden Bistum Bremen zum Erzbistum Bremen-Hamburg vereinigt wurde (erster Bischof beziehungsweise Erzbischof war Ansgar) und rechtlich bis zum Westfälischen Frieden (1648) bestand, sowie der als Suffraganbistümer von Bremen-Hamburg gegründete ehemalige Bistümer Oldenburg in Holstein (Lübeck), Ratzeburg, Schleswig und Mecklenburg (Schwerin). (katholische Kirche, Übersicht)
 

* * *

Hạm|burg: Stadt u. Bundesland an der Elbe.

Universal-Lexikon. 2012.

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